Wer meiner Leitkultur nicht folgt der verläßt besser gleich die Latrine!

Mittwoch, 13. April 2011

Chief Director for a high level bullshit ...


"Multitalent Matthias Brodowy Gast im Ibach-Haus"
„Chief Director for a high level bullshit“
so bezeichnet sich zuweilen auch Matthias Brodowy. „Offenbahrung“ heißt sein neues Programm, mit dem der norddeutsche Kabarettist die Lachmuskeln der Zuhörer am 1. April um 20 Uhr im Ibach-Haus strapazieren wird.

Die Sieben ist seit Menschengedenken die mystischte aller Zahlen: Sieben Plagen, sieben Todsünden, sieben Tage, sieben Zwerge, sieben Geisslein ... .In seinem siebten Programm lädt Matthias Brodowy quasi als apokalyptischer Reiter zu einem Parforceritt durch Raum und Zeit: Von Adam bis Angela, vom Urknall bis zum Untergang. Mit einem feinen Blick deckt er die Widersprüche der Zeit mit Wortwitz auf.

Pointen-Ballistiker

Man nennt ihn auch den Lucky Luke der Bühne: Er ist der Mann, der schneller spricht als sein Schatten. Wenn er seine Texte vorträgt, erinnert er in Tempo, Gestik und Mimik nicht selten an Hanns-Dieter Hüsch, der ihm 1999 den Preis „Das schwarze Schaf am Niederrhein“ verlieh. Neben allen Bühnenaktivitäten arbeitet Brodowy regelmäßig für Funk und Fernsehen (z.B. Scheibenwischer). „Brodowy ist ein gewiefter Pointen-Ballistiker, der seine satirisch zugespitzten Spaß-Projektile mitten in die trübsten Gehirnschmalzareale seines Publikums lenkt“ (Göttinger Tageblatt). Aber neben einer aufregenden Stimme und brillanten Texten, Humor und Boshaftigkeit zeigt er auch noch beachtliche musikalische Fähigkeiten.

 
Eben High Level ...
...Bullshit!

 

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Red Bullshit! Zur Erinnerung ...


"Darum liegt Red Bull vorn"

Red Bull und Sebastian Vettel sind in Melbourne in einer eigenen Liga gefahren. Die Konkurrenz von McLaren schiebt die Überlegenheit auf Frontspoiler, die sich angeblich zu sehr verbiegen.
Bullshit.
Zur Erinnerung: Auch in der vorigen Saison warf man Red Bull das vor. Auch 2010 untersuchte die FIA die Wunderflügel. Ergebnis: alles legal. So wird es auch diesmal sein. Die tz erklärt die wahren Gründe der Überlegenheit:

[...]

 

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Nichts wie weg hier! ...


Des einen Glück ist des andern Graus: Nichts ist so schlimm wie ein Leben auf dem Land. Auch wenn manche das ganz anders sehen. Es ist einfach so.

Den entscheidenden Augenblick, der mir klar machte, dass ich einmal in einer Stadt leben wollte, verdanke ich ausgerechnet der dänischen Schlagersängerin Gitte. Ich war vielleicht 12, am Fernsehen lief ein Dokumentarfilm über Gitte, und die Kamera schaute von aussen auf Gittes Wohnung in Kopenhagen, sie lag in einem hübschen alten Haus, es war Abend, warmes Licht schien aus vielen Fenstern, es war Adventskalenderstimmung, und ich wusste: In der Stadt würde ich mich geborgen fühlen. In der Stadt, wo die Leute dicht beieinander leben, wo es nachts keine allein stehenden Häuser mit einer grossen Dunkelheit drum herum gibt, wo niemals alle schlafen, immer irgendein Licht brennt, immer irgendein Mensch unterwegs ist, kurz, wo Leben ist, aber auch eine wohltuende Anonymität.

Ich schaute damals also in Gittes Kopenhagener Fenster hinein, ich sang leise ihr «Ich will alles, ich will alles, und zwar sofort! Eh der letzte Traum in mir zu Staub verdorrt!» und wusste: In der Stadt würde ich mich frei fühlen. Und ich ahnte, dass in der Stadt auch die bange Frage, ob ich mich im Leben denn auch richtig entscheiden würde, ein Ende hätte. Weil ich dort, wo an jeder Ecke eine andere Möglichkeit wartete, gewiss irgendwie mein Glück finden würde. Im Gegensatz zum Land, wo es nicht viel zu werden gab. Auf dem Land, so wurde mir immer gesagt, war Auffallen gewissermassen eine Todsünde, wer auffällt, missfällt, in der Stadt musste man sich keine Grenzen setzen.

Das geistig weniger anstrengende Landleben

Die Stadt verlangt, dass man mit- und vorwärtsgeht. Das Land will, dass alles so bleibt, wie es immer schon war...

[...]

«Die tätige Landlust – Ein Praxisbuch des einfachen Lebens» wie John und Martha Storey, deren Buch so vom Verlag angekündigt wird: «Nüchtern betrachtet, geniessen heutige Stadtmenschen hinsichtlich ihrer elementaren Lebensbedürfnisse den gleichen Komfort wie Patienten auf der Intensivstation. Beide werden von brummenden technischen Apparaturen über vielerlei Kanäle mit den lebensnotwendigen Stoffen, Wässern und Nährsalzen rundum versorgt.»
Was für ein Bullshit!
Niemand von ihnen bestreitet, dass sie das Landleben als das «einfachere» Leben betrachten, das urtümlichere, das weniger komplexe und deshalb – geistig gesehen – weniger anstrengende. Sie bauen da auf Selbstverantwortung und Selbstversorgung, und ja, es ist immer lustig zu lesen, wenn eine Stadtpflanze wie die Frankfurterin Hilal Sezgin versucht, sich ernsthaft der Schafzucht zu widmen, aber dass in diesem Rückzug, in dieser beschaulichen Selbstgenügsamkeit auch ein Rückschritt liegt, eine Realitätsflucht, das sieht sie nicht.

[...]

"Nichts wie weg hier!" von Simone Meier im Tagesanzeiger vom 13. April 2011

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Nichts-wie-weg-hier-/story/18166307

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Auslandschweizer erzürnt über Konsulatsschliessungen


Das Vorhaben des Aussendepartements, weitere Konsulate zu schliessen, hat an der Frühjahrstagung des Auslandschweizerrats geharnischte Reaktionen ausgelöst. Da war die Rede von Bullshit, Schikanen und Missbrauch.

Mit seiner Rede stach Gerhard Brügger, der designierte Chef der Konsularabteilung im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), in ein Wespennest .

Brügger begründete die Schritte mit Ressourcenoptimierungen, aber auch damit, dass neue Regionen dieser Welt für die Beziehungen der Schweiz immer wichtiger würden. So will das EDA im indischen Bangalore ein neues Konsulat eröffnen und im russischen Sotschi währen den Olympischen Winterspielen 2014 ein temporäres Konsulat betreiben.

"Die Erweiterung der Netze richtet sich nicht nach der Frage, wie viele Schweizer Bürgerinnen und Bürger dort leben, sondern nach der Gesamtheit der Interessen der Schweiz", sagte Brügger.

Reise quer durch den Stiefel

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"Es gibt Auslandschweizer in Italien, die künftig zwei bis drei Tage reisen müssen, um ihre Identitätskarte zu verlängern", kritisierte Roberto Engeler, einer der Vertreter Italiens im Rat.

"Missbrauch"

"Wenn Sie so weitermachen, ist die physische Präsenz der Schweiz in Südafrika kaum mehr spürbar."

[...]

"Das ist Bullshit, wenn man vom Osten Ungarns zwei Tage lang nach Wien reisen muss. Das ist eine Schikane. Die Schweizer in Ungarn sind sehr erbost über das EDA", sagte John McGough aus Ungarn: "Diese komische Übung ist zudem ein Missbrauch der Auslandschweizer. Wir werden instrumentalisiert für eine Sache, und dann wieder kaltgestellt. Wir sind nicht nur Botschafter von Schweiz Tourismus."

Vorwürfe "gerechtfertigt", aber…

Mehrere Rednerinnen und Redner kritisierten, dass die Auslandschweizer Organisationen nicht angehört worden seien.

Das Anhören der Auslandschweizer sei "sinnlos" stellte Brügger fest: "Wir wissen genau, dass Sie uns sämtliche Gründe liefern würden, wieso die Konsulate nicht geschlossen werden dürfen", sagte er in seiner Stellungnahme zu den Vorwürfen und räumte gleichzeitig ein, er bewege sich "auf dünnem Eis".
... Bullshit!

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Party & Bullshit ...


„Party & Bullshit“ – Der Name ist Programm. Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung mit DJ Neil Armstrong Oktober 2010 im Ufer 8, geht Veranstaltung nun auf Tour. 
„Party & Bullshit“ 
 ist ein Projekt der internationalen Streetwearbrands DreamTeam Clothing, Alife NYC, Stüssy, Undefeated, Wemoto und Beastin.

 [...]


...und während andere sich auf der Flucht vor all dem existenten Bullshit befinden, machen andere (womöglich die "Hauptsache-Fun-alles-andere-interessiert-sowieso-nicht-Generation") lieber Party, saufen sich die letzten grauen Zellen aus dem Schädel, und fördern somit nur noch mehr ...
...Bullshit!

Na dann, viel Spaß dabei!


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Chronic City und der Bullshit-Detektor ...


... "Chronic City" von Jonathan Lethem gehört schon jetzt zu den wichtigsten New-York-Romanen.

Im Wartezimmer des New Yorker Society-Arztes und Wunderheilers Strabo Blandiana entdeckt Perkus Tooth, ein abgebrühter und abgerockter Kulturkritiker mit einem Migräneproblem, der früher für den Rolling Stone schrieb, an der Wand die Fotografie einer orange leuchtenden Vase. Weder die Vase noch ihre Fotografie hat einen künstlerischen Wert. Die Vase ist einfach nur ein Ding. Aber sie ist so sehr ein Ding, dass sie vor Sinnhaftigkeit zu strahlen scheint. Zumindest für Perkus, der sich sonst ausschließlich mit der Deutung kultureller Zeichen beschäftigt. Die Vase ist plötzlich das Ding schlechthin, an das man sich klammern kann, wenn sich sonst alles Reale wie in einem großen Schwindelanfall aufzulösen scheint. Die Dringlichkeit der Dinglichkeit: Perkus, der sich von fast nichts (außer Marlon Brando und Norman Mailer) beeindrucken lässt, ist wie gebannt: »Die orangefarbene Vase erzählte Perkus nicht nur von der Möglichkeit, sondern von der tatsächlichen Existenz einer anderen Welt. Der Welt, die Perkus oder jeder andere gerne entdecken würde, dem herrlich realen Ort, an dem der schemenhafte, zerschlissene Deckmantel der Selbsttäuschung sich auflöste.«

[...]

Der amerikanische Autor Jonathan Lethem, geboren 1964 in New York, hat in seinem neuen Roman Chronic City viele solche Dinge wie das Kaldron erfunden, die immer gerade so knapp neben der Wirklichkeit liegen, dass der Leser ins Stutzen gerät, die aber doch so real sind, dass sie uns vertraut vorkommen. Zum Beispiel der »graue Nebel«, der Downtown Manhattan verhüllt und die Banker in Depressionen stürzt, weil sie ohne Tageslicht arbeiten müssen. Alle ahnen, dass es sich um die Rache der Natur an der exzentrisch gewordenen Wall Street handelt, aber man ist zu sehr Rationalist, um das laut auszusprechen. Das gilt auch für die Zeit, in der Chronic City spielt. Vieles – das Wechselbad von Angst und Manie, aber auch der New Yorker Bürgermeister Jules Arnheim, den man leicht mit dem realen Michael Bloomberg verwechseln kann – erinnert an die nuller Jahre. Andererseits hat alles einen Hauch des Zukünftigen, als müsse man die Gegenwart nur ein wenig ins Morgen verlängern, um in Lethems Welt anzukommen.

[...]

Oder, wie es Richard Abneg, ein ehemaliger Hausbesetzer, der jetzt für den allmächtigen Bürgermeister von New York und Großkapitalisten Jules Arnheim arbeitet, ausdrückt:
»Das Ding ist der ultimative Bullshit-Detektor.«
Chronic City erzählt von der Sehnsucht, sich vom Bullshit zu erlösen.

Es ist ein bisschen wie in Thomas Manns Zauberberg: 
Während in Europa die Lichter ausgehen, geben sich die aufgeklärten Sanatoriumsbesucher, hin- und hergerissen zwischen Langeweile und Gereiztheit, unter dem Eindruck einstürzender Ordnungen dem Spiritismus hin.

[...]

Aus dem "Zeit"-Artikel vom 1. April 2011 - "Der Bullshit-Detektor" von Ijoma Mangold

http://www.zeit.de/2011/14/L-B-Lethem

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